Legionellen auch im Shutdown keine Chance geben

Legionellen auch im Shutdown keine Chance geben

STUTTGART. Hotels und Restaurants stehen hierzulande zwar derzeit vorübergehend leer. Die Kosten und Fristen für den Betrieb der Immobilien laufen jedoch größtenteils weiter. Das ist für gastgebende Unternehmer nicht nur eine zusätzliche finanzielle Belastung, sondern auch eine Herausforderung in der Praxis – zum Beispiel was die Wartung und Pflege von Geräten angeht.

"Nicht nur die Schließung beziehungsweise Stilllegung der Fläche oder des Gebäudes muss präzise geplant und durchgeführt werden, sondern die komplette damit zusammenhängende Infrastruktur muss strukturiert herunter- und danach wieder hochgefahren werden", sagt Thomas Häusser, Partner des Immobilienberatungsunternehmen Drees & Sommer SE, das nun Checklisten für Immobilienbetreiber in Corona-Zeiten veröffentlicht.

Die Experten von Drees & Sommer beziehen ihre aktuellen Checklisten auf Organisation, Prozesse, Kommunikation, Reinigung und Hygiene, Betrieb und Facility Management, Sicherheit und Brandschutz, Gebäude- und Anlagentechnik sowie Arbeitsplätze. Betroffen sind dabei nicht nur Hotels, sondern auch andere Gewerbeimmobilien wie beispielsweise Bürogebäude, Produktionsanlagen und Ladenflächen.

Stehendes Wasser als Risiko

"In raumlufttechnischen Anlagen und im Trinkwassernetz ist stehendes Wasser das mit Abstand größte Risiko. Vor allem gilt es zu vermeiden, dass sich Keime und Bakterien bilden und vermehren, bis hin zu den gefürchteten Legionellen", warnt Häussers Teamkollege Bernd Fisel, Associate Partner der Drees & Sommer SE. Auch für die Zeit nach den Corona-Einschränkungen müssten Strategien her. "Trinkwasseranlagen, Lüftungsanlagen und Klimaanlagen mit Luftbefeuchtern sollten grundsätzlich komplett überprüft werden. Wichtig ist es auch, sich rechtzeitig mit externen Dienstleistern auszutauschen, damit sie bei Start des Betriebs auch verfügbar sind. Denn absehbar ist bereits jetzt deren künftige Überlastung."

Drees & Sommer warnt zudem, dass Inspektionen und Wartungen, beispielsweise von raumlufttechnischen Anlagen, Brandschutztechnik, Aufzügen oder Notbeleuchtungen nur bedingt terminlich verschoben werden dürften. Zudem sei dafür Fachpersonal mit Sachkundenachweis vonnöten. Und auch den Neustart sollte man aus immobilientechnischer Sicht rechtzeitig im Blick haben.

"Letztendlich muss es auch Vorkehrungen für ein schnelles und flexibles Reaktivieren der betroffenen Immobilien unter Einhaltung von gesetzlichen Auflagen geben", sagt Fisel. Das gelte insbesondere für Anlagen mit besonderen Hygieneanforderungen wie Trinkwasser- und Lüftungsanlagen, offenen Kühltürmen oder Anlagen von denen eine besondere Gefährdung für Gebäudenutzer, Umwelt oder Dritte ausgeht.