Immobilienverband ZIA schlägt bundesweites Hilfsprogramm vor

Immobilienverband ZIA schlägt bundesweites Hilfsprogramm vor

BERLIN. Die Verluste durch den Shutdown in Handel und Gastgewerbe sind immens. In den ersten vier Wochen der Schließphase verzeichnete der Handel 30 Mrd. Euro Umsatzverlust, im Hotel- und Gastgewerbe wird bis Ende Mai mit 18 Mrd. Euro Umsatzverlust gerechnet. Das berichtet der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, schlägt ein Mietenhilfsprogramm für Mieter und Vermieter von Wirtschaftsimmobilien vor. Dabei sollen sich Vermieter, Mieter und öffentliche Hand für einen begrenzten Zeitraum von bis zu zwölf Monaten solidarisch die Mietlasten teilen und so der akuten Gefahr einer Insolvenz zu begegnen.

Vorgesehen ist, dass Vermieter den Mietern auf Basis einer einvernehmlichen, partnerschaftlichen Vereinbarung bis zu 50 Prozent der monatlichen Miete erlassen können. Ebenso solidarisch sollen Vermieter in diesen Fällen von der öffentlichen Hand durch eine Übernahme von 50 Prozent dieser Mietreduktion in Form von Zuwendungen unterstützt werden. Der Mieter zahlt dann nur mindestens 50 Prozent der Miete, der Vermieter verzichtet auf bis zu 25 Prozent der Miete und erhält durch die staatliche Unterstützung mindestens 75 Prozent der ursprünglichen Miete.

Das Modell soll maximal bis zum 30. Juni 2021 für alle Vermieter und Mieter aller Branchen im stationären Einzelhandel inkl. Gastronomie und Hotel gelten. Zudem soll die Maßnahme für jeden einzelnen Mietvertrag im stationären Einzelhandel oder im Hotel- und Gastgewerbe bis hin zu einer Höhe von maximal 800.000 Euro gelten.

"Die Vorschläge orientieren sich an ähnlichen, bereits umgesetzten Maßnahmen in Schweden und Kanada und werden auch in weiteren europäischen Ländern diskutiert", sagt ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner. "Die Belastungen für Mieter und Vermieter können so erheblich reduziert werden." Zudem sollen damit der Handels, die Hotellerie und die Gastronomie als wichtige Impulsgeber für eine lebendige Stadt unterstützt werden. Aktuell gelten bundesweit 70.000 gastgewerbliche Betriebe und 50.000 Handelsbetriebe als gefährdet in ihrer Existenz. rk