Hotels werden trotz Pandemie weiter gebaut

Hotels werden trotz Pandemie weiter gebaut

ROTENBURG/WÜMME. Die Reisebranche stand zwar wegen Corona mehrere Wochen mehr oder weniger still. Investoren und Bauherren sind dennoch weiterhin optimistisch. Denn Hotels werden weiterhin gebaut, nur wenige Projekte abgebrochen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Datenbank des Informationsdienstleisters Tophotelprojects.

Der Analyse zufolge wurden bisher 3,7 Prozent der Projekte eingestellt. Dieser Wert sei aufgrund der Corona-Pandemie zwar erhöht, gemessen an der schwierigen Situation der Hotellerie weltweit jedoch eher niedrig, findet Tophotelprojects. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der Projekte entspräche das einer Anzahl von rund 271 Projekten gegenüber üblicherweise rund 180 Projekten, die eingestellt werden.  

Zeitliche Verschiebungen 

Tophotelproject hat auch ausgewertet, wie viele Projekte zeitlich verschoben werden. 13 Prozent der Vorhaben verzögern sich demnach kurzzeitig, überwiegend aufgrund von regionalen oder nationalen Einschränkungen durch Regierung und Verwaltung. Betroffen sind dadurch laut Hochrechnung 952 Projekte.

"Aus zahlreichen Gesprächen mit Architekten, Designern und Hotelmanagern wissen wir, dass die meisten der Projekte aktuell weiterlaufen – vor allem solche Projekte, die bereits einen gewissem Baufortschritt erreicht haben", sagt Rolf W. Schmidt, Gründer und Geschäftsführer von Tophotelprojects. "Auch die bisherigen Äußerungen von führenden Vertretern der internationalen Hotelmarken zeigen den grundsätzlichen Willen, die Hotelentwicklung weiter voranzutreiben. Die Situation ist jedoch weiter sehr dynamisch, deshalb stehen hinter den mittel- bis langfristigen Geschäftsaussichten der Hotellerie viele Fragezeichen."

Krise von bisher nicht gekannter Dimension 

Tophotelprojects weist auch daraufhin, dass Dimension und Dynamik der Coronakrise mit nichts bisher Dagewesenem vergleichbar seien. Tourismus und Hotellerie sind von den Folgen der Pandemie besonders hart getroffen. Der Dienstleister geht weiterhin davon aus, dass zahlreiche Staaten mit massiven Förderungen einem Zusammenbruch entgegensteuern werden.

Die aktuelle Analyse von  Tophotelprojects basiert auf einer stichprobenartigen Befragung zwischen 6. und 17. Mai 2020, bei der 543 Hotelbauvorhaben weltweit befragt wurden. Aus dieser repräsentativen Stichprobe erfolgt die Hochrechnung auf 7.320 Projekte. red/rk