In jedem Ende steckt ein Anfang
DÜSSELDORF. Zehn Lagen Tapeten mussten abgerissen, fünf unterschiedliche Bodenbeläge entfernt und alle elektrischen Leitungen erneuert werden. „Und das ist aus diesem vermufften Friedhofs-Café geworden“, sagt Manes Meckenstock stolz. „Jetzt, wo alles fertig ist, fühle ich mich sehr erleichtert. Ich bin Herr einer der schönsten gastronomischen Immobilien der Stadt.“
Mal Kneipe, mal Theater
Mit der Eröffnung des neuen Meckenstock's erreichte der Wirt und Kabarettist endlich wieder ruhiges Fahrwasser. In und um Düsseldorf konnte man in den vergangenen Monaten viel lesen über den unverschuldet in die Klemme geratenen Manes, den man auch als Hausbesucher aus der TV-Sendung „Zimmer frei“ kennt.
Fünf Jahre hatte er sein beliebtes Meckenstock's geführt, eine gelungene Mischung aus Kneipe mit vorwiegend rheinischer Kost und einem eifrig bespielten Theater mit 100 Plätzen. Doch dann kam der U-Bahn-Bau, der die Innenstadt noch über Jahre verschandeln wird und manche Straßen nahezu unpassierbar macht. „Der Vermieter hatte mir anfangs nicht gesagt, dass der Schacht gerade mal zwei Meter von meiner Tür gebuddelt wird“, erzählt Manes. „Weil auch die Parkplätze und die Terrasse den Erdarbeiten zum Opfer fielen und deshalb immer weniger Gäste kamen, musste ich mich notgedrungen nach einem neuen Lokal umschauen.“ Er fand es erst nach einiger Suche – eine Idylle mitten im Volksgarten. Dennoch stand die Immobilie schon zwei Jahre leer, offenbar wollten hier weder die Stadt als Eigentümerin noch ein Pächter Geld reinstecken. Das aber war bitter nötig. „Die angepeilten 200.000 Euro für die Sanierung wurden bei weitem überschritten“, sagt Manes Meckenstock. „Ich habe tüchtig investiert und plane langfristig. Wir verrechnen das mit der Pacht.“
Das Restaurant ist von einem lauschigen Biergarten mit Blick auf den See umgeben. Es gehört auch noch ein Bootshaus dazu, das ausschließlich für Veranstaltungen genutzt werden soll. „Ideal für Lesungen oder kleine Darbietungen. Im Winter kommt ein Kamin rein, damit's kuschelig wird“, kündigt der Gastronom an. Das gesamte Mobiliar, die Dekoration und sogar die Holzvertäfelung hat er aus dem alten Meckenstock's mitgenommen wie das komplette Personal. „Ich war froh, keinen entlassen zu müssen, mit einem guten Team steht und fällt der ganze Laden.“ Mit seinem Solo-Programm oder wegen anderer Aktivitäten ist er hin und wieder unterwegs, weiß allerdings auch: „Die Gäste erwarten, mich zu sehen. Man sollte schon öfter durchs Lokal schweben und alle begrüßen.“ Geblieben ist die rheinische Küche mit fernöstlichen Einsprengseln.
Tanz fürs reifere Alter
Es gibt zwar kein getrenntes Theater mehr, aber dafür kann das Restaurant in nur einer Stunde in eines verwandelt werden, inklusive Bühne, Licht und Technik. „Das Publikum sitzt wie einst im alten Cabaret an Tischen im Halbkreis und genießt die Nähe zum Künstler.“ Die Kabarettistinnen Anka Zink und Lioba Albus waren begeistert von der Atmosphäre im neuen und doch irgendwie vertrauten Lokal. Auch legendäre Veranstaltungen wie das „Mumienschieben“ (Tanzabende fürs reifere Alter) ließen sich problemlos von hier nach da übertragen. Und sogar die Beerdigungs-Gäste haben zwischenzeitlich in den Volksgarten zurück gefunden. Regina Goldlücke
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